Ich bin raus – Mein Kirchenaustritt
Ich habe es mir ja schon länger überlegt. Und nun bin ich den Schritt gegangen.
Ich habe mich aus der Kirche geschrieben. Immerhin war ich schon länger nicht mehr da, schon gar nicht freiwillig, der Glauben bringt mir nichts, Gewisse Ansichten gehen mir sogar arg gegen den Strich, etc.
Warum also sollte ich dann noch weiter brav Kirchensteuer bezahlen?
Darum war ich nun beim Amtsgericht Oberhausen, und habe es hinter mich gebracht.
Im Vorfeld habe ich mich schon telefonisch erkundigt, wie es abläuft und was ich dafür brauche.
Im Grunde genommen muss man nur eine Gebühr beim Amtsgericht bezahlen (diese fällt von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich hoch aus, in NRW sind’s 30 Euro), dann muss man etwas unterschreiben und ist ab sofort wieder ein freier Mann.
Also war ich dann gestern, am Freitag, dort.
Ich betrat das Amtsgericht und der Metalldetektor schlug sofort aus. Ja, es ist ähnlich gut abgesichert wie im Flughafen. Die freundliche Wache fragte mich, ob ich vielleicht einen Nietengürtel trage, aber es lag an wohl an meinen Buttons, die an meiner Weste angebracht waren. Ich durfte passieren und man wünschte mir noch einen schönen Tag. Sehr freundliche Leute.
Dann ging ich direkt zur Zahlstelle. Sie ist im ersten Geschoss im rechten Flügel.
Als ich diese betrete, fragte mich gleich die dort amtierende Frau: “Einmal für den Kirchenaustritt?”
Wie bitte? Ich fragte mal nach: “Woher wissen Sie…?”
Frau: “Ach, das erkenne ich schon”, und schmunzelte mich an.
Ich bekam eine Quittung und sollte damit dann gleich weiter in Raum Nummer 158. Das ist auf der Etage. Ich sollte einmal links und dann immer gerade aus gehen.
Also tat ich wie geheissen, lief und lief. Nach einer Weile musste ich vier Treppen hinabsteigen, und in diesem Korridor waren sämtliche Büros nicht mehr mit Raumnummern beschildert. Ich tapste also mich umschauend weiter vorwärts.
Plötzlich hörte ich eine Frauenstimme: “Haaallo, junger Mann! Zum Kirchenaustritt geht es hier hinein!”
Ich blieb stehen und fragte sie: “Woher wissen Sie…?”
Frau: “Das erkennt man Ihnen an.” Und schmunzelte.
Tja, nun habe ich ein Austrittsformular, eine Quittung und bin erstmal 30 Euro los.
Was ich jetzt noch brauche, ist meine Lohnsteuerkarte vom Arbeitgeber zurück, damit kann ich dann zu einem Einwohnermeldeamt meiner Wahl und es vermerken lassen, dass ich fortan keine Kirchensteuer mehr zahlen muss.
Ging einfacher, als ich erwartet hatte.
Montag, 19. Mai 2008 8:00
LOL – Oh man!
Ich würde das auch gerne machen – ich sehe das mit dem “nutzen” wie Du.
Allerdings – ich weiss noch nicht ob ich mal kirchlich heiraten möchte. Und schon garnicht, ob man dann so einfach wieder eintreten kann (… und WIEDER raus ..
)
Aber das man Dir das ansieht ist schon geil!
Musst auch noch so leuchtend rote Kontaktlinsen und Blutkapseln mitnehmen und so ein geköpftes Gummiehuhn mit Strohhalm mitnehmen ;D
Sonntag, 25. Mai 2008 9:23
Beim nächsten Mal einfach das Corpse-Paint weglassen wenn Du Behördengänge machst
An und für sich aber schon sehr lustig, definitiv … vor allem, weil Du im Falle einer Heirat einfach wieder eintreten kannst um kirchlich zu heiraten. Hat mir bereits eine Kollegin vor Jahren erzählt, als sie direkt nach dem Abi ausgetreten ist.
Samstag, 31. Mai 2008 13:27
Das ging bei mir aber noch einfacher, hat damals nur 15 Euro gekostet und ich musste nicht noch extra zum Einwohnermeldeamt ^^ Und Metalldetektoren gabs damals auch noch nicht…