Angespielt: Pokémon Rumble
Montag, 23. November 2009 23:37
Seit dem 20.11.2009 ist nun auch in Europa der neuste Pokémon Ableger erhältlich. Allerdings nur als Download für die Wii als WiiWare Titel für 15 Euro.
Nachdem ich mir die Demo angeschaut habe und sie mir schon Spaß gemacht hat, habe ich mir die Vollversion herunter geladen.
Pokémon Rumble ist ein arcadiges Monsterschnelzeln wie einst Gauntlet
Gameplay:
Pokémon Rumble ist kein klassisches Pokémon. Es geht hier nicht darum, seine Taschenmonster zu trainieren und zu entwickeln. Vielmehr ist Pokémon Rumble ein Hack’n'Slay. Ich finde, es hat sehr viel von Gauntlet, denn auch in Pokémon Rumble durchsucht man mit bis zu vier Mitstreiter ein Labyrinth und metzelt Horden von Gegner nieder.
Verschiedene Gegner haben individuelle Angriffsmethoden; hier versucht ein Pummelluff mit Gesang den Spieler einzulullen
Man steuert sein kleines Kerlchen durch das simple Labyrinth, indem man die Wii-Remote waagerecht hält. Möchte ein Freund jemand mitspielen, ist es auf der Oberwelt möglich; jedoch nicht im Dungeon. Dazu braucht man nur eine weitere Remote, den Nunchuck, den Classic Controller oder ein Game Cube Controller angeschlossen werden. Es ist also durchaus möglich, zu zweit mit Remote und Nunchuck zu spielen, indem ein Spieler die Remote weiterhin waagerecht hält und ein zweiter Spieler das Nunchuck in einer Hand hält. Sehr bequem finde ich diese Steuerung allerdings nicht.
Pokémom Rumble ist recht simpel. Jedes Pokémon beherrscht bis zu zwei Attacken, eine Attacke pro Knopf. Man bewegt seine Spielfigur in alle acht Richtungen (wenn man ein Controller mit Analogstick besitzt, sogar in 360°
). Obwohl das Spiel in 3D gehalten ist, bewegt man sich über eine 2D Welt. Was mir persönlich als Oldschool und Retro Zocker wirklich sehr gut gefällt!
Die Oberwelt – hier wählt man sich das nächste Level aus, lehrt neue Attacken, verkauft oder heutert neue Pokémon an, lädt Freunde zum Spielen ein.
Es gibt 6 verschiedene Welten, die sich stilistisch voneinander unterscheiden: Die Stillheine, die Windauen, die Flammenschmelze, die Minenschächte, die Lichtküste, der Äonenturm.
In jeder Unterwelt sind andere Pokémon zu finden. So findet man nur in den Windauen Flugpokémon, während Wasser Pokémon nur an der Lichtküste oder Feuerpokémon bei der Flammenschmelze zu finden sind.
Besiegte Pokemon lassen in der Regel Münzen fallen. Einige Pokémon schließen sich euch an, wenn sie KO gegangen sind. Das motivierende dabei ist, dass es recht schnell geht. Man hat nach wenigen Level schon ein neues Dutzend Pokémon aufgesammelt. Und das ist auch bitter nötig, denn eigene Pokémon bekommen keine Erfahrungspunkte, entwickeln sich also nicht weiter. Die einzige Möglichkeit, an ein starkes Pokémon zu kommen, ist also, ein stärkeres Pokémon zu besiegen und hoffen, dass es sich uns anschliesst. Heilen kann man seine Pokémon im Level auch nicht (wenn das Pokémon nicht die entsprechende Fertigkeit mit bringt), so ist man darauf angewiesen, immer wieder das Taschenmonster zu wechseln. Im Level darf zwei mal das eigene Pokémon KO gehen; beim dritten mal gilt das Level als Verloren und man muss von vorn anfangen.
Ungerecht! Der Levelboss ist nicht nur stärker, sondern auch viel größer als man selber!
Am Ende des Levels gibt es den Obermotz zu besiegen.
Dabei hilft es ungemein, wenn man die Stärken der eigenen Pokémon-Klasse ausnutzt. So sind Wasserpokémon stärker gegenüber Feuertypen, während diese wiederum stärker über Pflanzentypen sind, usw.
Hat man ein Pokémon aufgesammelt, welches stark genug ist, darf man auf der Oberwelt in die Arena zum Battle Royale. Hier gilt es darum, eine bestimmte Anzahl Pokémon in einer bestimmten Zeit zu besiegen. Hat man auch das geschafft, geht im Grunde der ganze Zirkus von vorne los, nur diesmal mit stärkeren Pokémon, meist in den höheren Entwicklungsstufen.
Graphik:
Die Grafik hinkt weit hinter den Möglichkeiten der Wii hinterher.
Es wird eine Art Celshading-Optik eingesetzt, die Pokémon sind jedoch polygonarm und bewegen sich sehr hölzern. Als Download-Titel, der mit wenigen MB auf dem dürftigen Speicher der Wii auskommen muss, verwundert dies auch nicht sehr. Dem Spielspass tut dies jedoch kein Abbruch, da das Spielgeschehen eh meist sehr schnell über dem Bildschirm huscht.
Dennoch habe ich mir eine etwas hübschere Grafik gewünscht, denn teilweise wirkt es wie ein hochskallierter Nintendo DS Titel!
Sound & Musik:
Die Musik dudelt pokémontypisch vor sich hin. Dabei hat jedes Level seine eigene Melodie. Wenn Gegener in Sichtweite sind (und das passiert im Grunde genommen immer), schwenkt die Musik auf eine Kampfmelodie um. Das die Musik also ewig hin und her schwenkt, nervt auf die Dauer. Die Soundeffekte sind hingegen aus den GBA und NDS Titeln bekannt; jedes Pokémon hat seinen “Schrei”.
Story:
Wenn schon das Gameplay von anderen Pokémon Titeln abweicht, dann erst recht auf die Story!
Man steuert nämlich in Pokémon Rumble kein echtes Pokémon, sondern ein Spielzeug, welches durch ein “Wunderschlüssel” zum Leben erweckt wurde. Dies soll wohl erklären, warum die Pokémon sich nicht entwickeln können und warum sie sich so hölzern bewegen.
Nunja, viel mehr Story konnte ich noch nicht entdecken..
Wiederspielbarkeit:
Gerade weil das Spiel sehr kurzweilig und schnell ist, taugt es sehr für eine Runde zwischendurch.
Ich habe es bislang 4 bis 6 Stunden am Stück gespielt und Langeweile hat sich bislang noch nicht eingestellt. Es muss sich noch zeigen, wie sehr das Spiel motiviert, wenn man es erst einmal durchgespielt hat.
Zu zweit knüppelt es sich doppelt so gut, gegen die lauchschwingende Ente ist kein Obermotz gewachsen!
Gesamt/Fazit:
Man muss schon sehr an Oldschool oder an Pokémon hängen, um wirklich Spass an diesem Titel zu gewinnen. Ich mag zum Glück beides und besitze genug Peripherie, um den Titel auch zu viert spielen zu können. Mit mehreren macht es nochmal so viel Spass!
Wer hingegen ein anspruchsvolles Spiel sucht, der wird mit Pokémon Rumble wohl nicht sehr viel anfangen können. Mit 1500 Nintendo Wii Punkten (entspricht 15 Euro) ist das Spiel für ein WiiWare Titel nicht gerade günstig. In meinen Augen hat sich die Investition jedoch gelohnt.
Ein Tipp:
In der Anleitung steht, dass Einzelspieler mit der waagerechten Wiiremote spielen müssen.
Mit einem Trick kann man jedoch auch den Controller wechseln:
Auf der Oberwelt wählt man im Menü “Freunde hinzufügen” an. Dann steigt man mit dem neuen Controller in das Spielgeschehen ein und steigt mit der Wii-Remote aus.
Umständlich, aber so geht es immerhin. Es macht nämlich wirklich Sinn, sich in 360° bewegen zu können. Obwohl es sich mit D-Pad noch einmal oldschooliger spielt.
Bewertung: 8/10 Punkte
Thema: Allgemein | Kommentare (1) | Autor: elthas