Mail an die StoAG
Ich habe vorhin mal eine Mail an die StoAG geschrieben. Ich bin gespannt, ob ich eine Antwort bekomme.
Der Anlass dazu ist, dass man sich nun mit seiner Fahrkarte ausweisen muss, wenn man in den Bus einsteigt.
Siehe dazu auch diese Artikel:
DerWesten – Stoag-Kunden müssen lernen
DerWesten – Bitte vorne einsteigen in Oberhausener Bussen
Angeblich wurden diese Lesegeräte installiert, um das Gefühl der Sicherheit vor Vandalen in Bussen zu steigern. Wer sich vorne beim Fahrer mit Namen und Anschrift zu erkennen gibt, wird wohl nichts im Bus beschädigen und keine Fahrgäste anpöbeln.
Außerdem reduziert man dabei gleich praktischer weise die Zahl der Schwarzfahrer.
Jedoch bin ich dabei wohl nicht der einzige, der sich noch ganz andere Gedanken darum macht.
Sehr geehrte Damen und Herren,
auf der Buslinie SB92 wird nun jeder Fahrgast anhand seiner elektronischen Fahrkarte kontrolliert.
Dazu habe ich folgende Fragen:
1.) Welche Daten sind auf der Abo-Karte vom Kunden gespeichert?
2.) Welche Daten werden durch das elektronische Lesegerät gespeichert?Sie versuchen, mit diesem System ein Gefühl der Sicherheit gegen Vandalismus zu vermitteln. Leider muss ich sagen, dass sich in mir nur ein Gefühl der Überwachung einschleicht. Mit diesem System ist es leicht möglich, ein Bewegungsprofil vom Kunden zu erstellen.
Im Prinzip habe ich nichts dagegen, mich bei einer Schwarzfahrerkontrolle auszuweisen. Das geschieht nur gelegentlich, vielleicht nur ein oder zwei mal im Jahr. Aber nun täglich Ihnen mitzuteilen, wann und wo ich Einsteige, welche Wege ich in meinem Leben gehe, finde ich nicht ok.
Angeblich soll nur mit dem Lesegerät kontrolliert werden, ob die Fahrkarte gültig ist oder nicht. Dennoch haben Sie die Möglichkeit, alle Daten von der Karte auszulesen und abzuspeichern.
Bitte beantworten Sie meine Fragen, damit ich wieder beruhigt und mit einem Gefühl der Diskretion Bus fahren kann.
Mit freundlichen Grüßen,
Update:
Nach über zwei Wochen habe ich noch keine Email zurück erhalten.
Es scheint so, als würde die Stoag ihre Kunden nicht über dieses Thema aufklären wollen.
Freitag, 29. Januar 2010 10:44
Verständlicher Einwurf, zumal die Abfertigung an den Haltestellen nun auf’s Unermessliche verlängert wird. In meiner Erfahrung wurden jedenfalls erst hinten die Türen geöffnet, wenn vorne alle eingestiegen waren = warten bis alle drin sind, bevor man selber raus darf = sehr praktisch, wenn man versucht den Anschlussbus zu bekommen, der bereits an der Haltestelle steht.
Dennoch gehe ich davon aus, dass Du keine Antwort erhälst – und wenn, dann nur einen nichtssagenden Vordruck – da Du Worte wie “Bewegungsprofil” verwendest, welche nicht bei Wikipedia mit einem eigenen Artikel erklärt werden. Folglich werden die Nasen der StoAG Deine Mail nicht verstehen und einfach übersehen … schade eigentlich …
Freitag, 29. Januar 2010 12:09
Ich gehe auch mal davon aus, dass ich keine Antwort bekommen werde. Aber es reicht mir schon, dass sie wissen, dass es langjährige Kunden gibt, die sich über sowas Gedanken machen.
Neulich gab es im Bus noch schönen Stress. Ein Fahradfahrer ist mittig eingestiegen. Er wurde sofort angeranzt, dass er sich gefälligst vorn mit seiner Fahrkarte einloggen soll. Also ist er nach vorn gekommen, als der Busfahrer los gefahren ist. Dabei ist sein Fahrrad umgekippt, worüber sich andere Fahrgäste beschwerten.
Gestern habe ich beobachtet, wie ein Fahrgast zwar vorn eingestiegen ist, aber sich nicht eingelogt hat, sondern nach hinten durchgelaufen ist. Sofort ist die Stoag-Security ihm ziemlich sauer hinterher gelaufen und hat ihn schlimmer als ein Schwarzfahrerverbrecher angeschnauzt. Natürlich haben alle übrigen Fahrgäste gegafft, was ihm wohl ziemlich peinlich war.
Ich sehe dadurch keine Vorteile, sondern nur unruhen. Jedenfalls bisher.